90 Jahre Fußball in Brannenburg

1928 bis heute

Fußball war auf dem Land Anfang der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts noch nicht der Volkssport Nr. 1, zudem er sich im Laufe der Jahre entwickelte.

ab 1928

Das „runde“ Leder rollt in Brannenburg

Mit „Dreiquartel-Hosen“ und „Haferlschuah“ versuchte man auf sumpfigen Wiesen unförmige Bälle mit List und Tücke durch die O-Beine des Gegners (neudeutsch: Beinschuß) ins baumstammgezimmerte Tor zu kicken. Die damalige Technik kannte meist nur den „Spitz“ (heute: Picke). Spannstoß bzw. Innenseite, Außenrist oder Effet waren noch nicht bekannt. „Gewollte“ Kopfbälle waren die Seltenheit, da die lederne Ballverschnürung schmerzhafte, sichtbare Schwellungen hervor rief.

1930

Freilufthalle

1930 wurde die sog. „Freilufthalle“ in der Nähe des Posterholungsheimes unter großen finanziellen Anstrengungen und ebenso vielen Arbeitsleistungen für Reichsmark 1.580,– erworben. Zeitgleich erfolgte die Stiftung des Grundstückes an der Tannerhut durch Herrn Otto von Steinbeis, auf das die „Turnhalle“ umgezogen und wieder aufgebaut wurde. Kurz darauf stiftete Frau Steinbeis das angrenzende Sportgelände.

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Der Dank des Vereins gilt heute noch dieser Großzügigkeit unserer Gönner.
Die „Halle“ erfüllte ca. 30 Jahre mehr recht als redlich ihren Zweck, bis sich Herr Otto Steinbeis, mittlerweile 1. Vorstand des Gesamtvereins, des Themas „Neubau einer Turnhalle“ im Jahre 1959, annahm. Der harmonischen Zusammenarbeit von Bundeswehr, den Gemeinden Brannenburg und Degerndorf, sowie dem Einsatz vieler Vereinsmitglieder aus allen Abteilungen war es zu verdanken, dass im Herbst 1960 die neue Halle eingeweiht werden konnte. Alle Sparten hatten wieder ein (stabiles) Dach über dem Kopf, die modernste Halle im Inntal mit „warmem“ Wasser. Allerdings musste man den Boiler mit Geldmünzen „füttern“.
Doch zurück zu den Anfängen der „Boistesser“, wie sie abfällig und zugleich mitleidig bezeichnet wurden.
Mit Ehrgeiz und Können erreichte man 1937 den Aufstieg in die damals höchste Liga, die Kreisklasse, in der auch 1860 Rosenheim spielte. Dieser gehörte man bis zum Ausbruch des Krieges 1939 an. Während des 2. Weltkriegs ruhte jeglicher Spielbetrieb.

Nach Kriegsende, im August 1945, wurde Kraft der Genehmigung der Besatzungsmacht (Amerikaner) der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Zu Auswärtsspielen fuhr man mit „Holzgaser-LKWs“ und die Fahrten waren zwar abenteuerlich und doch letztendlich zielführend. In dieser Zeit wurde das Training trotz Genehmigung oft heimlich durchgeführt, denn manche der damaligen Besatzer meinten es durchaus noch ernst, dass den Deutschen jeglicher Sport verboten sei. Warnschüsse waren keine Seltenheit, doch das „Fußballfieber“ ignorierte sie und es ereigneten sich keine schwerwiegenden Vorfälle.
Der Sportplatz war in einem beneidenswerten Zustand. Nachdem er durch die Aufschüttung von „Kohlenlösch“ = Schlacke einigermaßen trocken gelegt werden konnte, wurde er zum Hartplatz mit „Rasenoasen“. Mehrmalige Verlegungen des Platzes aufgrund von Unbespielbarkeit, Drainagen-Verlegung, bzw. unklare Eigentumsverhältnisse waren die Folge. Besonders der „Grießei-Platz“ hatte eine Eigenheit, denn in der Nähe der Außenlinie, jedoch im Spielfeld, befand sich ein Strommast, der zusätzlich zu umspielen war.
Erst im Jahre 1972 war der erneuerte Fußballplatz fertig und er konnte am alten Sportgelände, an der Bahn, eingeweiht werden und wurde für mehr als 40 Jahre zur sportlichen Heimat.

Erste Mannschaft 1974 – B-Klasse Meister

ab 1972

In den folgenden Jahrzehnten pendelte die 1. Mannschaft des TSV Brannenburg zwischen der damaligen A- und B-Klasse. Nach der Neueinteilung der Ligen gehörte man zum „Stamm“ der neuen A-Klasse mit Tendenz zur Kreisklasse, wie auch heuer wieder. „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“

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Das Kapital der Vereine ist die Jugend, der Verein ist sich dessen bewusst und hier gut aufgestellt. Die Begeisterung des Nachwuchses bestätigt dies.

Die Entwicklung eines stabilen Unterbaus der einzelnen Mannschaften bedarf viel Ausdauer und Geduld nicht nur von den Aktiven und Trainern sondern auch von den Eltern. Spitzensportler werden nicht geboren sondern entwickelt. Zunächst im Heimatverein, der gewohnten Umgebung mit ihren Freunden, um später den Erfolg bei höherklassigen Vereinen zu suchen, eventuell sogar zu ernten, wie es unseren Eigengewächsen Lars und Sven Bender gelungen ist.

Derzeit sind 10 Mannschaften von der F- bis zur A-Jugend im Spielbetrieb, wobei wir von der C- bis zur A-Jugend in einer Spielgemeinschaft mit unseren Nachbarvereinen aus Flintsbach und Nussdorf kicken.

Ein weiteres „Highlight“ unserer Fußballabteilung ist die Fußball-Zeitung „Die Blauweisse“, die 1993 erstmals, also vor genau 25 Jahren, von Hannes Holy, Werner Fuchs und Willi (Sill) Pohl ins Leben gerufen wurde. Diese erfreut sich auch heute noch eines großen Zuspruchs und nicht wenige Brannenburger erwarten alle zwei Wochen die neue Ausgabe. Mittlerweile ist sie auch im Internet verfügbar unter http://blauweisse.de/zeitung/.

2016

Neuer Sportpark

Zum guten Schluss kommt natürlich der neue Sportpark des TSV Brannenburg, den wir im Juli 2016 beziehen durften. Ein Schmuckstück im Inntal, nicht nur wegen der Lage inmitten einer großartigen Bergkulisse, sondern gerade wegen der modernen Sportanlagen – für Jeden etwas, nicht nur für Fußball. Ein zweckmäßiger Kabinentrakt und großzügige, moderne Duschanlagen machen noch mehr Appetit auf Sport.

Sowohl an Konferenzräume als auch an eine Begegnungsstätte (= bewirtschafteter Gastraum) wurde gedacht und erste Stammtische haben sich bereits gefunden. Unser Dank gilt dem Gesamtvorstand des Vereins und natürlich der Gemeinde Brannenburg, welche die Realisierung unterstützt und vorangetrieben haben. Zudem haben die vielen freiwilligen und zuverlässigen Arbeitseinsätze einen nicht zu unterschätzenden Anteil zum gelungenen Abschluss dieses Großprojektes beigetragen.

2018

Abteilung Fussball

Inzwischen wird unser neuer Sportpark einschließlich Kinderspielplatz quer durch die Gemeinde bereits sehr gut angenommen und nach und nach mit viel Leben gefüllt. Unter diesen optimalen Voraussetzungen werden auch die nächsten Generationen unermüdlicher ehrenamtlicher Helfer und engagierter Trainer die Fußballer des TSV gerne und erfolgreich in die Zukunft führen.
Unser Jubiläum wollen wir im Rahmen einer Dorfmeisterschaft mit allen unseren Abteilungen des TSV Brannenburg und anderen Vereinen am Wochenende vom 29. Juni am Sportpark in Brannenburg feiern.

Alle Texte: Lothar Berger